Mit dem Trainer aus Wuppertal spielen die Rheydter Handballer um den Aufstieg. Was zuvor wohl kaum einer der Experten für möglich gehalten hat, ist eingetreten: In der Landesliga, Gruppe 1, hat der HSV Rheydt vier Spieltage vor dem Saisonende immer noch die Möglichkeit, in die Verbandsliga aufzusteigen. Der HSV liegt nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter SV Straelen auf dem zweiten Platz, doch wegen des um eines Tores schlechteren direkten Vergleichs mit dem Liga-Primus, beträgt der Rückstand eigentlich drei Punkte. Aber die Chance ist da – und allein das ist ein Erfolg für den HSV.

Ein Vater des Erfolges ist Trainer Bernd Mettler, der die Rheydter seit dem 1. Juni 2017 trainiert – es ist quasi eine Liebe aus dem Internet. Rheydt suchte über das Handball-Forum „Meine Lieblinge“ einen Trainer, wodurch der 61-Jährige erstmals auf den Klub aufmerksam wurde. „Ich hatte noch ein Angebot vom TV Strombach aus der Regionalliga. Aber als ich mir dann zwei Spiele des HSV Rheydt angesehen hatte, wurde mir sehr schnell klar, was für Möglichkeiten in der Mannschaft schlummern. Dann ging alles recht zügig und die Entscheidung habe ich keinesfalls bereut“, berichtet Mettler.

Zu Anfang der Saison sah es zunächst nicht danach aus, als könne der HSV ein Wörtchen im Aufstiegskampf mitreden. Was auch daran lag, dass der neue Trainer das Spielsystem veränderte. Sein Credo war und ist, über Tempo zum Erfolg zu kommen. Die Fehlerquote konnte im Laufe der Saison dann deutlich minimiert werden, und so avancierte Rheydt plötzlich zu einem Aufstiegskandidaten.

„Eigentlich sind wir ja mit einem Drei-Jahres-Plan angetreten“, gesteht der Trainer. „Zunächst sollte die Mannschaft neu ausgerichtet und stabilisiert werden und dann wollten wir oben angreifen, mit dem Ziel in die Verbandsliga aufzusteigen, was jedoch nicht planbar ist.“ Dass der HSV bereits jetzt so gut dasteht, hat sicherlich auch mit ihrem Trainingsfleiß und ihrem Zusammenhalt zu tun. „Die Jungs sind eine verschworene Gemeinschaft, die sehr lernwillig und fleißig sind. Im Training habe ich im Schnitt eine Beteiligung von 98 Prozent und selbst die Spieler, die nicht so viel Einsatzzeiten haben, geben immer alles“, sagt Mettler, der beim Handballkreis Wuppertal-Niederberg Jugendwart, Schulreferent sowie Lehrwart ist.

Um die Aufstiegschance zu wahren, muss Samstag bei der Zweitvertretung des TV Oppum ein Sieg her. „Wir dürfen das Spiel auf gar keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, denn Oppum kann schließlich auch Handball spielen“, warnt Mettler. „Für uns gilt es die Konzentration hochzuhalten und aus einer stabilen Deckung heraus unser Tempospiel aufzuziehen.“ Dabei ist es noch ungewiss, ob er auf die angeschlagenen Oliver Berck und Eric Nixdorf zurückgreifen kann.

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